Dringlicher Berichtsantrag zum Brandbrief der Kinderärzte am Rhön-Klinikum Marburg

Nach einem Bericht der Frankfurter Rundschau vom 14.04.2010 wurde die kaufmännische Geschäftsleitung des privatisierten Uniklinikums Gießen-Marburg eindringlich vor den Folgen der ungenügenden Personaldecke am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin durch einen Brandbrief von acht Oberärzten gewarnt. In ihrem Brief, der auf den 17. März 2010 datiert ist, sehen die Oberärzte sowohl die Maximalversorgung der Klinik sowie die Uniklinik als Ausbildungsstandort gefährdet. Trotz massiver Leistungserweiterung im Intensivbereich sei die Personalausstattung nicht verbessert worden, sodass die Versorgung der Patienten im Kindes- und Jugendalter nicht ausreichend gesichert sei. Die Aus- und Weiterbildungsbedingungen seien mangelhaft, sodass es eine hohe Personalfluktuation gebe. Zudem wird berichtet, dass die Patientenversorgung aus dem Pool für Forschung und Lehre subventioniert wird. 4,6 Stellen seien aus Landesmitteln finanziert und damit "zweckentfremdet". Die Qualitätssicherung der Uniklinik soll über das beim börsennotierten Rhön-Konzern übliche "Benchmarking" sichergestellt werden. Als Vergleichsklinik zur Berechnung des Personalbedarfs in Marburg wird das Rhön-Krankenhaus in Frankfurt/Oder herangezogen. Die Oberärzte kritisieren diesen Vergleich, da das Rhön-Krankenhaus in Frankfurt/Oder einen geringeren Personalbedarf besitzt, da es keine Universitätsklinik ist, keine schwerkranken Kinder behandelt und es keine pädiatrische Intensivstation und kaum Spezialambulanzen besitze.