Kleine Anfrage zu Sexualwissenschaft an der Goethe-Universität

Das renommierte Institut für Sexualwissenschaft der Goethe-Universität wurde 1973 gegründet und bis 2006 von Prof. Dr. Volkmar Sigusch geleitet. Nach dessen Pensionierung 2006 beschloss der Fachbereichsrat des Fachbereichs Medizin, das Institut nicht mehr als eigenständige Einrichtung weiterzuführen, sondern als Schwerpunktprofessur dem Zentrum für Psychiatrie zuzuordnen. Diese Entscheidung wurde schon damals bundesweit heftig kritisiert. Unter anderem wurde die Wichtigkeit des Instituts für die Forschung, aber auch für die Therapie von sexuellen Störungen herausgestellt. Denn die für die Behandlung von sexuellen Störungen zuständige Ambulanz des Instituts bildet für einen sehr weiten Einzugsbereich den einzigen Ort für die Stellung von komplexen Indikationen, für konsiliarische Anfragen, für besonders schwierige Therapien sowie für Therapieversager. Sie stellt somit die Voraussetzung und komplementäre Ergänzung für das dünne Netz niedergelassener Ärzte und Ärztinnen sowie Therapeuten und Therapeutinnen dar, die solchen Fragestellungen überhaupt gewachsen sind. Schwerpunkte der Forschung und Beratung des Institutes sind unter anderem Patientinnen und Patienten mit psychischen und sexuellen Problemen, wie beispielsweise Pädosexualität, und Patientinnen und Patienten, die in Kindheit, Jugend und Erwachsenenalter sexuell traumatisiert wurden. Die Besetzung der Professur steht noch immer aus.